Landwirtschaftlicher Facharbeiterbrief
Die Ausbildung an der dreijährigen landwirtschaftlichen Fachschule wird durch die Ablegung einer Abschlussprüfung (Facharbeiterprüfung) beendet:
-
Klausurarbeiten
(Betriebslehre und Rechnungswesen sowie Deutsch)
-
Praktische Prüfungen mit einem landwirtschaftlichen und handwerklichen Schwerpunkt
(Ausbildungsschwerpunkt Landwirtschaft - wählbar aus den Bereichen: Kombinationsprogramm, Milchverarbeitung, Fleischverarbeitung, Forstwirtschaft oder Stalltechnik)
(Ausbildungsschwerpunkt Lehrwerkstätte - wählbar aus den Bereichen: Holztechnik, Metalltechnik, Landmaschinentechnik, Bautechnik, Elektrotechnik)
-
Mündliche Prüfungen (Projektpräsentation und Fachgespräch)
(wählbar aus den Bereichen: Tierhaltung und Milchwirtschaft, Pflanzenbau und Bodenkunde, Waldwirtschaft, Obstbau- und Grünraumpflege, Landtechnik und Baukunde)
Die erfolgreiche Ablegung der Abschlussprüfung sowie der Nachweis der absolvierten Pflichtpraktika sind die Voraussetzungen für die Verleihung des landwirtschaftlichen Facharbeiterbriefes. Mit dem positiven Schulabschluss sind auch Anrechnungszeiten in verschiedenen Lehrberufen verbunden. Auch die Befreiung in allgemeinbildenden und betriebswirtschaftlichen Unterrichtsgegenständen und von entsprechenden Prüfungen über alle Lehrjahre ist über Ansuchen hin möglich.
Zusatzqualifikationen
Währen der Schulzeit können Schülerinnen und Schüler folgende Zusatzqualifikationen erwerben:
-
Erste-Hilfe-Ausweis
-
Europäischer Computerführerschein
-
Tanzkurs
-
Traktorführerschein
-
Tiertransportausweis
Lehrzeitanrechnung
Der erfolgreiche Abschluss der Fachschule für Landwirtschaft Rotholz berechtigt zum Eintritt in den Aufbaulehrgang einer Höheren landwirtschaftlichen Bundelehranstalt. Mti dem durch dieses Zeugnis nachgewiesenen erfolgreichen Schulabschluss werden in den nachstehend angeführten Lehrberufen gemäß BGBl. Nr. 25/1994 die Lehrzeiten wie folgt ersetzt:
12 Monate für die Lehrberufe:
Bürokaufmann/-frau, Fleischverarbeitung, Molkereifachmann/-frau, LandschaftsgärtnerIn, Friedhofs- und Ziergärtner/-in
18 Monate für die Lehrberufe:
LandmaschinentechnikerIn, MetalltechnikerIn, Metallbearbeitung, Tischler (bei erfolgreicher Absolvierung der Werkstätte Holz bzw. Metall)
24 Monate für die Lehrberufe:
TierpflegerIn
Für einen Beruf im Bereich Betriebsdienstleistung (Bankkaufmann/-frau, Industriekaufmann/-frau, VerwaltungsassistentIn, uvm.) gewährt die Wirtschaftskammer Tirol die volle Lehrzeitanrechnung nach 2 Jahren Praxis; die Lehrabschlussprüfung hierfür ist jedoch erforderlich.
Aufbaulehrgänge/Berufsreifeprüfung
Eine gute Möglichkeit nach der Lehranstalt Rotholz zur Matura zu kommen, ist der Besuch eines Aufbaulehrganges (Dauer 3 Jahre). Nachstehend einige Schulen, die Aufbaulehrgänge anbieten:
Höhere Lehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein
HBLA Raumberg
HBLA Kematen
HBLA Pitzlstätten
HBLA für Forstwirtschaft Bruck an der Mur
Außerdem besteht die Möglichkeit in wenigstens zwei Jahren die Berufsreifeprüfung über das Berufsförderungsinstitut (BFI) abzulegen.
Anschlusslehre Forstwirtschaft
Bei dieser Ausbildungsform handelt es sich um eine attraktive Möglichkeit zur Erlangung des Berufes: "Forstfacharbeiter".
Bei erfolgreicher Ablegung der landw. Facharbeiterprüfung erfolgt eine Anrechnung von 2 Jahren für die Forstfacharbeiterausbildung. Das 3. Lehrjahr kann unter bestimmten Voraussetzungen sogar als Heimlehre absolviert werden, wobei in den Monaten März und April der 3. Jahrgang der Fachberufsschule für Forstwirtschaft in Rotholz besucht werden muss. Anschließend kann die Forstfacharbeiterprüfung abgelegt werden. Zahlreiche Absolventen der LLA Rotholz haben sich mit dieser Ausbildungsform bereits ein zweites berufliches Standbein geschaffen.
Das Besondere an der Anschlusslehre ist:
... automatische Anrechnung von zwei Jahren forstlicher Lehrzeit für landw. Facharbeiter
... Lehrzeit kann als Heimlehre am eigenen Hof absolviert werden
... wird die Lehre unmittelbar an die Schulzeit angeschlossen, so besteht weiterhin Anspruch auf die Kinderbeihilfe
Für wen ist die Anschlusslehre sinnvoll?
... für Jungbauern, die sich als Holzakkordant ein zusätzliches Einkommen sichern wollen
... für Bauern, die eine gute Waldaustattung haben
Voraussetzungen:
-
Die forstliche Ausrüstung der Lehrbetriebe muss den üblichen Sicherheitsstandards entsprechen.
-
Der Betrieb muss eine Waldausstattung von mind. 5 ha haben.
-
Der Lehrherr muss zumindest Landwirtschaftlicher Facharbeiter sein oder eine besondere forstliche Berufsqualifikation vorweisen können.
-
Der Lehrling benötigt die erfolgreiche Ablegung der landwirtschaftlichen Facharbeiterprüfung.
-
Bei der Fremdlehre ist ein Lehrvertrag, bei der Heimlehre eine Lehranzeige notwendig
Nähere Auskünfte erhalten Sie bei der LLK Tirol (Lehrlings- und Fachausbildungssstelle):
Telefon: 059292/1108 - Frau Helga Larcher oder bei Herrn Ehrenstrasser in der Lehranstalt Rotholz!